Einem dringenden Bedürfnis Rechnung tragend, wurde unter dem 7. August von der Stadtverordnetenversammlung die Mittel zur Anlegung einer Gehbahn auf der westlichen Seite des Angelberges bereitgestellt.

Unterm 22. Oktober bewilligte die Stadtverordnetenversammlung einen Zuschuss zum Umbau der Zugbrücke in der Bismarckstraße und förderte damit das Projekt, das dann im Herbst 1926 zur Ausführung kam.

Gegen Ende des Jahres wurde die Anlegung der Gehbahn auf der südlichen Seite der Bismarckstraße vor den Grundstücken Nr.54 bis 61 in Mosaikpflaster ausgeführt.

Bismarckstraße vor dem Gewegbau - 1907
Bismarckstraße vor dem Gewegbau - 1907

Die Stadtverordnetenwahl vom 4.5.1924 ist jetzt ungültig. Lychen hatte in Potsdam geklagt, weil im 2. Bezirk verschiedene Personen gleichzeitig die Wahlkabinen betreten hatten. Demokratie will gelernt sein.

Das Bollwerk des Mühlenbaches wird erneuert.

Seit 1910 gibt es 112 bewohnte Häuser und 1.304 Personen mehr in Lychen.

Im Haushaltsplan von Lychen sind u. a. auch folgende Positionen enthalten:

Wer seine Musiker (Schüler der Stadtschule) heranzieht, hat immer Musik zu Veranstaltungen.


Schüler beim Musikunterricht
Schüler beim Musikunterricht

Im Januar, Juni und Juli fanden Fortbildungskursuse in den Heilstätten Hohenlychen statt. Prof. Bier hielt im Februar und Juni vor 120 Studenten aus Berlin die Semestervorlesungen. Der Minister für Kunst und Wissenschaft gab 250 M für bedürftige Studenten zur Unterstützung.

In der Stadtverordnetensitzung begründet Kluth den Antrag vom Reichsbanner zum Bau eines Heimes entweder am Stübnitzweg (wird von Forst nicht akzeptiert) oder nördlich vom Bahnhof Lychen zwischen Fürstenberger Chaussee und Bahnhofstraße. Antrag wird mit 7:7 Stimmen angenommen, weil der Vorsteher dafür ist. Gebaut wird trotzdem nicht.

Die Firma Lindstedt wird am 1. Oktober als Metallwarenfabrik 50 Jahre. Einige noch tätige Arbeiter sind vor 40 Jahren eingestellt worden. Die erste Arbeitsstätte befand sich in der Fürstenberger Straße 126 im Hofgebäude. Dann kam eine Filiale in der Templiner Straße, die jetzt vom Seniorchef geleitet wird. Später wurde das Geschäft in die Stargarder Straße 55a verlegt. Als diese zu eng wurde, baute Otto Lindstedt 1900 das heutige Werk in der Bismarckstraße 11. In diesem Jahr besuchte die Firma zum 50. Mal die Leipziger Herbstmesse und erhält dafür vom Messehaus ein schönes Diplom. Am 3. Oktober findet im Hotel "Zur Sonne" die Festlichkeit mit der Belegschaft statt. Ein Essen für die Arbeiterjubilare und Tanz, Kino, Freibier, Kaffee und Kuchen für die Arbeiterschaft.

Belegschaft zur Betriebsfeier Metallwarenfabrik Lindstedt
Belegschaft zur Betriebsfeier Metallwarenfabrik Lindstedt
Werkmeister Fritz Witthun und Otto Lindstedt
Werkmeister Fritz Witthun und Otto Lindstedt
Messestand der Fa. Lindstedt - 1937
Messestand der Fa. Lindstedt - 1937

In Tangersdorf besteht seit dem 1. Otober ein Landschulheim des Reformrealgymnasiums aus Berlin-Lichtenberg. Fast die ganze Schule kehrt alljährlich zu Aufenthalten in Tangersdorf ein. Bis 1935 werden 32.000 Übernachtungen gezählt (davon 27.000 von Schülern, 2.000 von Lehrern und 3.000 von Gästen).

Die Vorlage der Unterschutzstellung der Uferwege wird in geheimer Sitzung behandelt. Da geht es an das Eingemachte der Lychener Grundstücksbesitzer.

Das Kinderferienlager der Heilstätten "Waldfrieden" war von 1918 bis jetzt durch Büros der Bromberger Eisenbahnbehörde belegt. Ab 1. Mai sind wieder erste Kinder aus Erfurt dort.

Kinderferienlager "Waldfrieden"
Kinderferienlager "Waldfrieden"
Spätere Badeanstalt am Zenssee
Spätere Badeanstalt am Zenssee
Fundamente des ehemaligen Ferienlagers "Waldfrieden"
Fundamente des ehemaligen Ferienlagers "Waldfrieden"
Ehemalige Badeanstalt am Zenssee - heute ein Bootsliegeplatz
Ehemalige Badeanstalt am Zenssee - heute ein Bootsliegeplatz

Lychen wird seinen Stadtsee los, da durch Staatsvertrag die öffentlichen Wasserstraßen in das Eigentum des Reiches übergingen.

Blick über den Stadtse
Blick über den Stadtse

Der Landeskonservator fordert von der Stadt, dass an der Stadtmauer bei Ambellan ein Bogen für 1.390 RM entsteht.

Bogen zwischen Stadtmauer und Gärtnereihäuschen - heute
Bogen zwischen Stadtmauer und Gärtnereihäuschen - heute

Die Heilstätten sind seit Kriegsbeginn nicht mehr saniert worden. Geringe Zuschüsse gibt es jetzt nur für die Wiederherstellung der Gebäude und des Inventars, womit 1925 der Wiederaufbau in Hohenlychen beginnen konnte. Dadurch ist jedoch eine Schuldenlast von 100.000 M notwendig gewesen, deren Zinslast schwer belastet. Das Barvermögen ist durch die Kriegsanleihen fast restlos verloren gegangen. Aus der Lychener Gegend gibt es Versorgungsschwierigkeiten. Nicht einmal Milch kann aus dem Umfeld bezogen werden, es muss aus der Stadt Berlin bezogen werden. Auch Gemüse und Obst ist nicht aus der Lychener Gegend zu beschaffen.

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