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Heilstätten Hohenlychen

Die Blütezeit Lychens ist eng mit dem Bau der Volksheilstätten in Hohenlychen im Jahr 1902 durch Prof. Dr. med. Pannwitz verbunden. Hier konnten Kinder und Erwachsende aus sozialschwachen Familien, die an Tuberkulose erkrankt waren, zur Erholung nach Lychen kommen.

In den folgenden Jahren kamen dann die Helenenkapelle (1903), Wohnbauten für das Personal und Gäste (ab 1905) und eine Badeanstalt (1907) dazu. 1913 wurde dann das Wernerkrankenhaus, das Cecilienheim für knochen- und gelenktuberkulöse Kinder (1906), das Kaiserin-Auguste-Viktoria Sanatorium für weibliche Lungenkranke (1912) gebaut. Die neue Operationsabteilung wurde 1933 und  die Abteilung für Sportmedizin mit Schwimmbad und Sporthalle1936, 1937 der Neubau der Kinderstation errichtet. Auch Schulen wie zum Beispiel die Pannwitz-Freiluftschule (1911) (ist heute noch Grundschule) und die Augusta-Helferinnenschule (1913) gehörten dazu.

Mit dem Bau der Heilstätten entwickelte sich Lychen zu einem Luftkurort. Vor dem Zweiten Weltkrieg stand die Behandlung von Tbc-Kranken im Vordergrund. Im Dritten Reich lag das Augenmerk auf Sport- und Arbeitsmedizin. Im Jahr 1936 galt es die deutschen Sportler für die Olympischen Spiele bestmöglich medizinisch zu versorgen. Erste Meniskusoperationen wurden hier durchgeführt. Während des Krieges wurde es wichtig, die Kriegsversehrten so bald wie möglich wieder kampf- und arbeitsfähig zu machen.

Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Karl Gebhard entwickelten sich die Heilstätten ab 1933 zu einem „Nationalsozialistischen Musterbetrieb“ mit 360 Beschäftigten, darunter 55 Ärzte. Vom Ehrgeiz getrieben wollte Gebhardt die Wirkung von Sulfonamiden erforschen. Dies führte zu den verhängnisvollen Menschenversuchen an Häftlingen des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück. Nach dem Krieg mussten sich die beteiligten Ärzte vor dem Nürnberger Ärzteprozess verantworten.

Als in den letzten Kriegstagen die sowjetischen Verbände vorrückten, fanden sie die Heilstätten völlig intakt vor. Seitdem wurden die Heilstätten als Militärhospital bis zum Abzug der GUS-Truppen 1993 genutzt. Heute stehen die Bauten leer und warten auf eine neue Bestimmung.

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